Impfung Wien
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Der Wiener Impfplan. Wann und wo Sie Ihre Corona-Impfung erhalten. (Aktualisiert 3.3.2021)

Die Phase 1 des Wiener Impfplans ist bald abgeschlossen, mit Impfungen von Personengruppen aus der nächsten Phase wurde bereits begonnen. Ab April soll deutlich mehr Impfstoff kommen, sagt der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. Die Details.

Wien wird sein erprobtes System fortsetzen: die Impfstoffkontingente des Bundes werden von der Stadt bei der Bundesbeschaffungsagentur abgerufen, der Bedarf bei Pflegeheimen, Spitälern, etc. ermittelt und das Bundesheer übernimmt dann die Logistik dorthin.

Seit 18. Jänner können sich alle Wienerinnen und Wiener unter ‘impfservice.wien‘ oder der Hotline 1450 für eine Corona-Impfung vormerken lassen. Erfasst werden neben dem Alter auch die Risikofaktoren. Entsprechend dieser Kriterien werden die Personen dann zur Impfung in einer Einrichtung oder einer der Impfstraßen eingeladen.

Wichtige Informationen:

  • Die Corona-Schutzimpfung ist für alle Wienerinnen und Wiener kostenlos
  • Die Corona-Schutzimpfung ist ab 16 Jahren möglich.
  • Für den vollen Impfschutz sind 2 Teil-Impfungen notwendig
  • Die Zeiträume zwischen 1. und 2. Teilimpfung sind je nach Impfstoff verschieden:
    • 3 Wochen (BioNTech/Pfizer)
    • 4 Wochen (Moderna)
    • 11 bis 12 Wochen (AstraZeneca)

Aktuell werden noch keine Impfungen bei niedergelassenen Ärzten durchgeführt, dies soll dann im April erfolgen, wenn größere Kontingente an Impfdosen geliefert werden. Es ist anzunehmen, dass hier hauptsächlich der einfach handzuhabende Impfstoff von AstraZeneca zum Einsatz kommt. Denn der Impfstoff von Pfizer/Biontech muss bei rd. -70°C gelagert und vorort mit Natriumchlorid verdünnt werden.

Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität gibt es mobile Impfteams geben. Hier wird der weniger transportempfindliche Impfstoff von Moderna verimpft. Mittlerweile ist auch bekannt geworden, dass der Impfstoff von Pfizer/Biontech verwendet werden kann, wenn er vorher mit der Nadel aufgezogen wurde.

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Aktueller Stand der Impfungen

Bisher haben sich rund 565.000 Personen für eine Corona-Impfung online oder telefonisch in Wien vorgemerkt. Etwa 95.000 Menschen haben die erste Teilimpfung bislang erhalten und 60.000 davon bereits die zweite Teilimpfung. Bis Ende März sollen ca. 200.000 Wienerinnen und Wiener zumindest eine erste Teilimpfung erhalten haben, die Hälfte davon auch schon die zweite Teilimpfung. Die aktuellen Zahlen veröffentlicht Wien auf einem eigenen Dashboard.

Impfung von Hochrisikogruppen aus Phase 1 praktisch abgeschlossen

Die Impfung von Menschen über 80 Jahre soll noch im März abgeschlossen sein. Gleiches gilt für den innerklinischen Bereich. Bei Personen mit Behinderungen sowie bei Behinderteneinrichtungen werden Mitte März die 1. Teilimpfungen komplett abgeschlossen.

Gleichzeitig hat Anfang März die Impfung von 35.000 LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen (Risikogruppe aus Phase 2) begonnen. Diese sollen bis Ende März ihren Erststich erhalten. Ältere Menschen über 70 Jahre werden ab Ende März bzw. Mitte April geimpft.

AstraZeneca auch für ältere Menschen

Wie der Medizinische Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes Michael Binder am 3.3.2021 erklärte, werden alle in Wien alle 3 in Österreich zugelassenen Impfstoffe verwendet (AstraZeneca, Biontech/Pfizer, Moderna). Er sieht diese als sehr gute Impfstoffe. Aufgrund neuer Studienergebnisse aus England, Schottland und Irland hat die Stadt Wien entschieden, den bisher nur bei unter 65jährigen eingesetzten Impfstoff von AstraZeneca auch bei älteren Menschen zu verwenden.

Rückdeckung für diesen Vorstoß gibt der Infektiologe Herwig Kollaritsch, der auch Mitglied des nationalen Impfgremiums ist im ZIB2-Interview am 3.3.2021:

Infektiologe Herwig Kollaritsch im ZIB2-Interview, 3.3.2021, ORF

Mehr Impfstoff ab April

Wie Gesundheitsstadtrat Hacker in einer Aussendung sagte, sollen ab April wöchentlich 100.000 Impfdosen zur Verfügung stehen. Verglichen mit dem Kontingent im Jänner und Februar entspricht dies einer Verfünffachung der Mengen. Damit kann die Verimpfung auch durch die niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden und auch die Anzahl und Dimensionierung der Impstraßen erhöht sich.

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Der Wiener Impfplan

Der Wiener Impfplan sieht insgesamt 4 Phasen vor, die sich nach der Dringlichkeit richten. Derzeit wird die Phase 1 abgeschlossen, in der u.a. BewohnerInnen von Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft werden. Etwa 43% aller Todesopfer in Österreich sind in dieser Zielgruppe zu beklagen. Eine rasche Impfung sollte die Anzahl der Todesfälle deutlich reduzieren, was nach ersten Erkenntnissen auch bereits gelungen ist. In einer Aussendung der Stadt Wien wird berichtet, dass die Anzahl der aktiven Erkrankungen in den Wiener Alten- und Pflegeeinrichtungen um 87% abgenommen hat.

Impfpyramide

Im März werden wir beginnen, erste Zielgruppen
aus der Phase 2 einzuladen

gesundheitsStadtrat peter hacker

Phase 1: Primäre Zielgruppe (Hochrisikogruppe)

In die Phase 1 fallen folgende Zielgruppen:

  • Alten- & Pflegeeinrichtungen (Betr. Personal und Klientlnnen)
  • Mobile Pflege (Personal und Klientlnnen)
  • Gesundheitspersonal im hochexponierten Bereich (z.B. Notfallambulanz, Covid-Station, ICU)
  • Gesamtes Personal innerklinisch
  • Niedergelassener ärztlicher Bereich (z.B. Hausärztinnen, Zahnärztinnen)
  • Rettungsdienste (rd. 2.600 Personen)
  • COVID-Labore
  • Ältere Personen
    • > 85 Jahre (rd. 39.000 Personen)
    • > 80 Jahre (rd. 41.000 Personen)
  • NEU: Personen mit Behinderung inkl. persönlicher Assistenz
  • NEU: Pflegebedürftige in Heimpflege

Zwischen 15.1.-18.1. fand eine große Impfaktion für niedergelassene ÄrtzInnen und deren MitarbeiterInnen statt. In 14 Impfstraßen in der Messe Wien wurden innerhalb von vier Tagen bis zu 11.000 Personen aus diesem Bereich geimpft werden. 

Phase 2: Erweiterte Risikogruppe

In die Phase 2 fallen folgende Zielgruppen:

  • Betreuungseinrichtungen (Obdachlosen-, Behinderteneinrichtungen, etc.) (rd. 14.200 Personen)
  • Bildungspersonal/ inkl. Kindergarten (rd. 80.000 Personen)
  • Polizei (rd. 12.000 Personen)
  • Risikogruppen (z.B. Herzinsuffizienz, Schwäche des Immunsystems)
  • Ältere Personen
    • > 75 Jahre (rd. 77.000 Personen)
    • > 70 Jahre (rd. 77.000 Personen)
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Apotheken
  • Körpernahe Gesundheitsdienstanbieterinnen (rd. 8.150 Personen)

In einer Impfaktionen ab 3. März 2021 bekommen LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen ihren Erststich. 35.000 PädagogInnen sollen so bis Ende März teilimmunisiert werden.

Phase 3: Allgemeine Risikogruppe / Betriebe

In die Phase 3 fallen folgende Zielgruppen:

  • Kritische lnfrastruktur wie Feuerwehr (inkl. Sozialberufe, Seelsorge, Bestattung, ÖBB, Wiener Linien, etc.)
  • Schlüsselpersonal Regierung
  • Internationale Organisationen (rd. 1.000 Personen)
  • Ältere Menschen
    • Personen > 65 Jahre (rd. 81.500 Personen)
    • Personen > 60 Jahre (rd. 102.700 Personen)
  • Personen in körpernahen Arbeitsverhältnissen (Post, Fleischerei, Leiharbeit) (rd. 20.000 Personen)
  • Einzelhandel (rd. 74.000 Personen)
  • Gastronomie / Tourismus (rd. 70.000 Personen)
  • Berufliche Grenzpendler (Pilotinnen, Flugbegleiterlnnen, etc.)
  • Nicht-medizinische körpernahe Berufe (rd. 10.000 Personen)
  • Kulturschaffende (rd. 14.300 Personen)
  • Mannschaftssport
  • Studierende und Lernende (rd. 430.000 Personen)

Phase 4

  • Personen > 16 Jahre (rd. 1 ,2 Mio Personen)

Der Fahrplan im Detail (Update 03.03.21)

Anfang März steht man im Übergang von Phase 1 zur Phase 2:

phase2-Covidplan
impfplan-wien
Impfplan Wien: Stand 3.3.2021


Fazit

Wien wäre wohl für ein deutlich höheres Impftempo gerüstet, hängt aber am Tropf der Lieferungen durch den Bund. Die Erfahrungen und die Infrastruktur, die durch die breit angelegten Testmöglichkeiten gesammelt und aufgebaut wurden, würden einen Umstieg von Testressourcen auf Impfressourcen relativ einfach machen. Eine Massenimpfung wäre daher gerade in Wien erfolgreich durchführbar.

Die recht kurzfristige Vorziehung der Risikogruppe der Pädagoginnen lässt durchaus auf ein Infektionsgeschehen im Schul- und Kindergartenbereich schliessen. In diesem Bereich sind auch Auswirkungen bei Infektionen besonders groß, da etwa im Fall der Erkrankung einer Lehrperson oder eines Kindes über 10 Jahre sämtliche Kontaktpersonen (d.h. im Regelfall die gesamte Klasse bzw. Gruppe) in eine 10 tägige Quarantäne müssen.

Wichtig: wir erhalten immer wieder Zuschriften betreffend Impfterminen und individuellen Auskünften. Diese können wir nicht erteilen. Bitte wenden Sie sich an die Hotline 1450 für impfspezifische Fragen.



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